Gion Caviezel

Gion Caviezel

DatumDatum26. November 2017 KategorieKategorieAllgemein

Zwei Franken für die Glückseligkeit

Schnell. Brauche einen Parkplatz. Muss nachher gerade wieder weiter. Bin schon zu spät. Da. Ein Platz wird frei. Ich kurve in das freie Parkfeld. Muss mich beeilen. Parkfeld 12. Klaube das Münz aus dem Portemonnaie. Will schnell einwerfen. Da bleibt einen Moment die Welt stehen. Vor mir ein viereckiger Kasten. Mit Bildschirm. Noch nie gesehen. Anstelle von Knöpfen hat es nichts. Vielleicht muss man auf den Bildschirm tippen. 12 für Parkfeld 12. Nein? Unten auf dem schwarzen Feld? Auch nichts. Ich rücke die Brille zurecht. Hat es da Linien? Der Linie nach und dort am Rand drücken. Ja. Die 12 erscheint. Ich suche das Münzfach. Doch zu spät. Die 12 ist verschwunden. Also wieder die Linie, drücken, der Zweifränkler ist bereit, ich stopfe ihn in das Münzfach. Will weitergehen, endlich zu meinem Termin. Doch aus den Augenwinkeln sehe ich, dass nichts geschehen ist. Der Zweifränkler lugt noch aus dem Münzfach. Das darf nicht wahr sein. Ich versuche ihn mit einer anderen Münze hineinzuschubsen. Nichts. Die 12 muss ich ja auch noch drücken. Ein Knopf für Störung gibt es nicht. Und ich bin zu spät. Da reicht es mir. Ich schlage mit der Faus auf diese Digital-Parkuhr ein, dass sie zittert. Und nochmals. Dazu brülle ich das Ding an. Und noch ein Faustschlag. Die Spannung lässt nach. Und da ich auch die Faust schon etwas spüre, trete ich an den Kasten. Da klippert es, mein Zweifränkler liegt Münzfach und ein Fünfziger und ein Zwanziger. Also landet die Schuhsohle auf dem kleinen Bildschirm und als hätte sich ein Knopf gelöst, scheppert und kleppert es wie bei einem einarmigen Bandit. Zwanziger, Einfränkler, Zehner und Fünfziger, alles Münz, rauscht aus dem Mund der neuen Parkuhr. Als hätte sie sich überfressen. Ich halte meine Hände hin. Das reicht für einige Stunden parken. Und mit einem Lächeln auf dem Gesicht schreite ich zu meinem Termin.