Gion Caviezel

Gion Caviezel

DatumDatum21. März 2020 KategorieKategorieAllgemein

In Quarantäne. Tag 8.

Samstag, 21. März 2020.
“Ich will auf den Schulhausplatz.” Unser Jüngster stemmt die Fäuste in die Hüften und schiebt das Kinn nach vorn.
“Was willst du da?” frage ich.
“Abmachen.” Trotzig presst er die Lippen zusammen.
“Du kannst nicht abmachen. Es dürfen nicht mehr als fünf zusammen sein.”
“Wir schauen schon, dass nicht mehr als fünf zusammen sind.”
“Wenn ihr Fussball spielt, dann seid ihr mehr als fünf.”
“Aber wir sind dann vielleicht nur drei auf der einen Seite und drei auf der anderen.”
“Jetzt hör mal zu. Herr Berset vom Bundesrat hat klar gesagt, dass man Zuhause bleiben muss.” Manchmal kann auch der eigene Sohn nerven.
“Und ich will auf den Schulhausplatz.”
Er ist ein sturer Kopf. Da müssen andere Mittel her.
“Vorhin ist der Polizeiwagen vorbeigefahren. Die haben sicher Kontrolle gemacht.”
“Wenn wir nicht mehr als fünf sind, können sie nichts machen.”
Ich seufzte. Muss wieder einmal Klartext reden: “Du. Gehst. Nicht. Auf. Den. Schulhausplatz.”

Was war das Resultat der Diskussion? Heute Nachmittag haben wir zu viert Unihockey auf unserem Vorplatz gespielt. Ich natürlich auch. Und jetzt habe ich schwere Beine und kann die Arme nicht mehr hochheben. Mein Stolz ist auch verletzt: Meine Söhne sind schneller, flinker und ausdauernder als ich.