Gion Caviezel

Gion Caviezel

DatumDatum20. April 2020 KategorieKategorieAllgemein

In Quarantäne. Tag 38.

Montag, 20. April 2020.
Zeichen
Heute ist der letzte Tag. Das letzte Mal um Viertel vor sechs aufstehen, unseren Älteren wecken (und glaubt mir, das ist schon eine Herausforderung), und unserer Challenge-Runde rennen. Also, der letzte Tag der schulischen Challenge des Älteren und ich war jeden Tag dabei.
So machen wir uns auf. In der Nacht hat es geregnet, es ist dunkler, da der Himmel noch mit Wolken bedeckt ist, meine Achillessehne schmerzt, bin gut aufgestanden, voller Energie und los. Nach 500 m rennt er mir davon, er wolle am letzten Tag einen neuen Rekord erreichen. Ich nicht. Ich nehme es gemütlich. Da. Was war das? Stopp! Und zurück. Am Rande des Weges ist Blut. Und Federn. Verstreut wie Zeitungsschnipsel. Weiss-braune Federn. Eine Taube vielleicht? Ein junges Huhn? Und wer war es? Beginnt die Woche mit einem Kampf? Ich habe mir ja gestern die Aufgabe gestellt, das Danach und die Veränderungen zu ersinnen und vielleicht mich darauf vorzubereiten. Doch die Träume haben keine Bilder gesandt, keine Botschaften. So suche ich nach Zeichen jetzt am Morgen.
Der Regen war bitter nötig und er ist gekommen. Ein gutes Zeichen. Es kehrt eine Beruhigung ein und bringt, was notwendig war.
Die Federn am Wegrand lassen auf einen harten Kampf schliessen. Ein Fuchs oder eine Katze hatte Hunger und war erfolgreich. Das Tier hat sich in den Vogel verbissen und hart darum gekämpft. Der Vogel hat sich gewehrt und seine Federn teuer verkauft. Ist das nicht auch ein gutes Zeichen? Die Natur folgt ihrem Plan.
Was für Zeichen gibt es noch?