Gion Caviezel

Gion Caviezel

DatumDatum18. April 2020 KategorieKategorieAllgemein

In Quarantäne. Tag 36.

Samstag, 18. April 2020.
Tote Stadt
Die Stadt ist tot. Nach der Bahnunterführung steige ich die Treppe hoch und – niemand. Nur leere Strassen und Einkaufshäuser. Die Sonne brennt herunter und blendet. Da. Ein alter Mann trippelt dem Schatten entlang.
Es müsste alles voll sein. Voll mit Spaziergängern, mit Familien beim Einkaufen, junge Leute, die die Bahnhofstrasse auf und ab flanieren, Strassenmusiker. Doch ich bin der einzige. Wollte nur schauen, wie es so ist, am Samstagmittag in der Stadt.
Langsam schleiche ich mich den Schaufenstern entlang. Alle Geschäfte sind dunkel. Sogar die Kioske sind zu. Die Stühle der Cafés angekettet und einsam. Im Stadtpark blühen die Tulpen und Osterglocken einfach so für sich. Will noch einen Hamburger kaufen. Doch auch der Take-Away Laden auf dem Kornplatz – geschlossen. Über die Poststrasse spaziere ich zurück. Wie vielen Leute bin ich begegnet? Einem Dutzend vielleicht?
Ohne zu studieren überquere ich die Hauptstrasse. Rot. Doch niemand beachtet mich. Zeit, um nach Hause zu gehen.