Gion Caviezel

Gion Caviezel

DatumDatum8. April 2020 KategorieKategorieAllgemein

In Quarantäne. Tag 25.

Dienstag, 7. April 2020.
Supermond. Wir radeln zum Kletterfelsen. Um neun Uhr abends sollte er aufgehen. Der Supermond. Wir werfen uns einen Ball zu, um die Zeit zu vertreiben. Unser Jüngster klettert auf einen Baum. Langsam sehe ich den Ball nicht mehr. Wir setzen uns ins Gras. Wir könnten doch hier übernachten, meint der Jüngste. Im nachtblauen Himmel flitzen Fledermäuse umher. Vögel pfeifen, Autos brausen vorbei, der Zug mit tausend hellerleuchteten Fenster schwirrt durch die Nacht. Wie Kirchenfenster.
Wir warten.
Meine Frau fragt, was wir in den Frühlingsferien denn so machen wollen.
Beim Zelten bleiben wir hängen. Ich überlege, wo das Zelt ist und wo es denn ideal wäre zum Übernachten.
Da ruft der Jüngste: Der Mond. Und tatsächlich, zuerst nur ein Strich, der erstaunlich schnell grösser wird, ich komme mir vor, wie im Cockpit eines Raumschiffes, wir steuern auf den Mond zu, immer heller wird es, wir sehen unsere Schatten, die Felswand leuchtet, ich stehe auf, komme mir vor wie am Steuer eines Dreimasters, wir fliegen dem Mond entgegen.